2. Zusatzaufgabe: Sinnes-Spaziergang

In dieser Übung schärfst du deine Wahrnehmung und fertigst eine ganz persönliche Datensammlung an – allein durch deine Sinne!

Dafür brauchst du:

  • Ausdruck(e) des Sinnes-Logbuchs (A4 schwarzweiss)
  • eine Schere und ein Stift
  • etwa eine halbe Stunde Extra-Zeit
  • eine zweite Person, wenn möglich

Was sind eigentlich Daten?

Wir verbinden Daten heute vor allem mit Computern, die Bedeutung kann aber viel allgemeiner beschrieben werden: Daten sind Zeichen, die Information darstellen! Vereinfacht gesagt: Wenn du einen Spaziergang machst und z.B. verschiedene Dinge riechst, ist das erstmal nur deine flüchtige Wahrnehmung. Sobald du diese aber aufschreibst, sind es Daten! Die kann man dann über längere Zeit sammeln, sortieren, vergleichen, analysieren und interpretieren. Und man kann sie mit anderen teilen – sie können ihnen vielleicht noch andere Informationen entlocken können, die du gar nicht erkannt hast. Den Unterschied zwischen Daten, Informationen und Wissen erklärt dir dieser Youtube-Clip:

Bitte einen Moment Geduld. Das Video wird geladen.
Bitte einen Moment Geduld. Das Bild wird geladen.

Warum Daten sammeln?

Das Sammeln von Daten hat heute zu Recht einen schlechten Ruf, weil es vor allem die mächtigen Internet-Konzerne sind, die unsere Daten oft ohne Zustimmung zu Geld machen. Datensammeln ist aber auch eine wichtige Grundlage des Forschens. Wir brauchen sie, um Probleme besser zu verstehen und Konzepte für die Zukunft zu entwickeln. Es kommt also darauf an, wer welche Daten zu welchem Zweck sammelt und wem sie zur Verfügung stehen – denn Daten und die daraus gewonnenen Informationen sind mächtige Werkzeuge, um die Welt zu gestalten! Wir Menschen haben ein ganzes Paket von Fähigkeiten, Umweltdaten zu sammeln mit an Bord – unsere Sinne! Wir müssen sie nur trainieren und richtig einsetzen.

Indem wir Daten in einer bestimmten Form darstellen, z.B. als Text, Grafik oder als Objekt, können wir wirkmächtige Aussagen vermitteln. Ein paar eindrucksvolle Beispiele für die analoge Visualisierung von Daten:

  • 13.000 Stühle vor dem Reichstag, die die Geflüchteten im Lager Moria auf der Insel Lesbos repräsentieren
  • Christstollen, die die Geldmenge ausdrücken, die in Weihnachtsgeschenke investiert wird
  • Keramik, in die der Feinstaub von bestimmten Orten eingebrannt ist

Jetzt bist du dran, Umwelt-Forscher*in!

  1. Drucke dir das Logbuch unter diesem Text aus und bastel dir daraus ein Heft. Überlege dir einen für dich interessanten und wichtigen Ort und schreibe ihn auf die Titelseite deines Logbuchs.
  2. Allein ist gut, zu zweit ist besser: falls möglich schnapp dir eine zweite Person, damit jemand auf dich aufpassen kann, wenn du die Augen schließt, um besser hören zu können! Natürlich könnt ihr auch mehrere Hefte für verschiedene Orte mitnehmen. Falls du allein losgehst: such dir einen sicheren Platz, wo du dich auf die einzelnen Sinne konzentrieren kannst!
  3. Notiere deine Wahrnehmungen im Logbuch. Lass dir Zeit und versuche in der Beschreibung möglichst genau zu sein, um viel interessante Information zu erzeugen – ob du malst, zeichnest oder schreibst ist dir überlassen.

Viel Spaß!

Was denkst Du? Reflektiere deine Erfahrung!

Überlege dir Antworten für dich selbst oder diskutiere die Fragen gemeinsam mit anderen.

  • Hast du etwas Überraschendes wahrgenommen?
  • Ist dir deine Umgebung zu hell/zu laut/zu dreckig?
  • Was könntest du tun, damit sich etwas in deinem Sinne ändert?
  • Wo wäre ein besserer, wo ein schlechterer Ort zum Leben?

Weiter geht's!

>>> Schritt 3: Sensebox: die Sinne der Maschinen

<<< Zurück zur Übersichtsseite